Inspirationen

 

 

Perspektivenwechsel

 

Im Wohnzimmer: Manchmal liege oder knie ich in der Wohnung am Boden, um z.B. die 5 Tibeter durchzuführen oder ein anderes Training auf der Matte zu absolvieren. Dabei eröffnet sich folglich eine andere Perspektive und mir fallen Dinge auf, die ich sonst nicht sehe: Ein Spinnennetz an der unteren Kante des Heizkörpers, ein verlorengegangener Knopf unterhalb des Sofas oder einfach der viele Staub, der sich wiederkehrend auf der Bodenoberfläche ansammelt und nach dem Einsatz des Staubsaugers ruft.

 

Im Alltag: Ähnlich ist es im Alltag. Wenn wir unserem gewohnten Tagesablauf nachgehen, unsere Arbeit verrichten und Dinge erledigen, sind wir oft mit der gleichen Perspektive unterwegs. Wir funktionieren fest in unseren Automatismen und Gewohnheiten, was nicht per se schlecht ist, weil dadurch auch unser Hirn entlastet wird. Aber möglicherweise sind wir dabei in zu einseitiger Perspektive gefangen und übersehen Wichtiges.

Nun stehen die Sommerferien bevor und damit verbunden die Chance, eine Distanz zur Arbeit und zum gewohnten Alltag zu gewinnen. Egal wo und wie du die Ferien verbringst, vermutlich wirst du mit anderen Tagesinhalten beschäftigt sein, hast Zeit mit der Familie, Freunden und für Aktivitäten, die sonst eher zu kurz kommen. Und irgendwann neigen sich die Ferien langsam dem Ende zu, du kehrst nach Hause zurück und in diesem Moment steckt wertvolles Potenzial: Was wartet nach den Ferien auf dich und welches Gefühl schwingt dabei mit? Was wird spürbar, wenn du an die Arbeit denkst? Auf was freust du dich? Was verursacht eher ein flaues Gefühl im Magen oder eine Enge im Hals? Was fehlt dir im Alltag? Und ist das, was du tust immer noch das Richtige für dich? In diesem Moment werden Dinge spürbar, wie sonst kaum. Es wird klar, was sich rund und stimmig anfühlt und wo es in naher oder ferner Zukunft vielleicht eine Veränderung braucht. Die Frage ist: Bist du bereit hinzuhören?

Ähnliches zeigt sich jeweils auch am Sonntagabend, bevor du wieder in die neue Woche startest, vielleicht etwas weniger ausgeprägt als nach einer längeren Ferienpause.

 

Beim Essverhalten: Das Leben soll und darf sich gut anfühlen, ohne Anspruch auf Perfektion (sonst wäre es ja langweilig ;-).  Wenn du dich mehrheitlich wohl fühlst, wird das mit grosser Wahrscheinlichkeit auch einen positiven Einfluss auf dein Essverhalten haben: es gelingt dir besser, Dinge so umzusetzen, wie du es dir vorstellst. Wenn du hingegen belastet bist, sich das, was du tust, nicht gut anfühlt und du mit wenig Freude durch den Alltag gehst, dann nimmt dies ebenso Einfluss - allerdings in der Umkehrform: z.B. mehr Snacking, weniger Struktur, ständiges zwischendurch essen, statt ausgewogene Hauptmahlzeiten.

Diese Tatsache beobachte ich in meinen Sitzungen wiederkehrend. Wenn jemand am Gewicht arbeiten möchte, dann lohnt es sich zuerst den Fokus auf die störenden Faktoren im Alltag zu richten. Es ist kaum hilfreich über ungünstiges Essverhalten zu diskutieren, wenn der Auslöser nicht erkannt und nicht bearbeitet wird, denn das Essverhalten ist nur eine Reaktion. Daher kann ein Perspektivenwechsel sehr aufschlussreich sein, weil auf diese Weise Störendes im Alltag besser erkannt wird. Nun wünsche ich dir eine wunderschöne Sommerpause mit wertvollen Erkenntnissen.